Ein Diagramm auf einer Folie hat drei Sekunden. Versteht dein Publikum in dieser Zeit nicht, was es sehen soll, liest es gar nicht mehr — sondern wartet, bis du weiterklickst. Die gute Nachricht: Verständlichkeit ist eine Handwerksfrage.
Die Aussage bestimmt den Diagrammtyp
Nicht die Daten wählen das Chart, sondern das, was du zeigen willst:
- Vergleich zwischen Kategorien → Balkendiagramm. Fast immer die beste Wahl.
- Entwicklung über Zeit → Liniendiagramm.
- Anteile am Ganzen → gestapelter Balken; das Kreisdiagramm funktioniert nur bei zwei, maximal drei Segmenten.
- Zusammenhang zweier Größen → Streudiagramm — aber nur vor einem Publikum, das Streudiagramme lesen mag.
Wenn du schwankst: Balken. Niemand hat je ein Balkendiagramm missverstanden.
Eine Botschaft pro Diagramm
Das Chart aus dem Controlling mit zwölf Linien beantwortet zwölf Fragen — auf einer Folie beantwortet es keine. Entscheide dich für eine Aussage („Q3 kippt die Kurve") und baue das Diagramm darum: eine Linie betont, die anderen ausgegraut, die Aussage als Folientitel. Wer mehr zeigen will, nimmt mehrere Folien — oder das Handout.
Ehrliche Achsen sind nicht verhandelbar
Eine Y-Achse, die bei 90 statt 0 beginnt, macht aus 2 % Unterschied einen dramatischen Absturz. Das Publikum, das es bemerkt — und in jedem Termin sitzt jemand, der es bemerkt —, misstraut danach jeder weiteren Zahl im Deck. Gleiches gilt für abgeschnittene Zeiträume und selektive Vergleichsjahre. Dramatik, die aus der Achse kommt statt aus den Daten, ist geliehen und platzt im Q&A.
Beschriftung: direkt statt Legende
Jeder Blick zur Legende und zurück kostet Verständnis. Schreib die Werte an die Balken und die Namen an die Linien. Achsentitel, Einheit und Quelle gehören auf die Folie — klein, aber vorhanden. „Quelle: interner Report" beugt der Zahlenbasis-Frage im Q&A vor.
Der Drei-Sekunden-Test
Zeig die Folie jemandem, der das Projekt nicht kennt, für drei Sekunden. Frage: „Was war die Aussage?" Kommt die richtige Antwort, ist das Chart fertig. Kommt „irgendwas mit Umsatz", weißt du, woran du arbeitest.
Diagramm-Folien mitprüfen lassen
Die pitcheroo-Analyse bewertet jede Folie als Bild — auch Chart-Folien: Lesbarkeit, Kontrast, Layout und ob die Botschaft der Folie erkennbar ist, mit markierten Befunden direkt auf der Folie. Erste drei Folien gratis.